Röhrda gehörte zu den ersten Siedlungsplätzen im Ringgau. Die Lage über der Talsohle ( über dem Sumpf) und das Vorhandensein von zwei Quellen, nämlich dem Aschenborn und dem Martinsborn, begünstigten die Siedlungsgründung.
Wann dies geschah, ist nicht genau zu ermitteln. Zwar wird Röhrda in einer Gründungsurkunde des Klosters Lippoldsberg von 1089 zum erstenmal genannt: Erzbischof Ruthard bestätigt als Besitzung Teile von Röhrda. Doch erstens hat sich diese Urkunde als Fälschung herausgestellt, und zweitens muss die Siedlung schon älter sein, da schon damals zwei Kirchen nebeneinander bestanden: die Pfarrkirche Peter und Paul und die Martinskirche. Von letzterer ist heute nur noch ein Mauerrest erhalten, und der Name findet sich noch wieder in Martinsborn und Martinsfriedhof. Die Pfarrkirche war ursprünglich eine Wehrkirche. Sie besitzt einen gotischen Westturm von 1508; der achtseitige, markante Fachwerkaufsatz, der nicht nur der Kirche, sondern dem gesamten Ortsbild ein charakteristisches Gepräge verleiht, dürfte um 1700 gebaut worden sein. Das Kirchenschiff dürfte älter als der Turm sein. Der Chor gehört möglicherweise noch dem 14. Jahrhundert an. Eine kleine Orgel aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts schmückt im Inneren die Empore. Ein über dem Altar eingebautes Buntglasfenster aus dem Jahre 1989 zieht die Blicke der Besucher aus sich. Es zeigt den auferstandenen Christus. Vom Ort her gelangt man zur Kirche durch einen malerischen, spitzen Torbogen aus dem Jahre 1511.

Das große Gehöft in der Nachbarschaft besteht aus einem massiven dreigeschossigen Wohnturm mit Giebel und Satteldach über einem gewölbten Keller und war einst vom Wasser umflossen.Die Landeshoheit über Röhrda war jahrhundertlang geteilt: Eine Hälfte gehörte derer von Boyneburg, die der Landgraf von Hessen erst 1803 vollständig erwarb und in Privatbesitz überführte. Der andere Teil mit dem Rittergut war kurpfälzisches Lehen der Herren von Falcken (um 1350 erstmals erwähnt) und wies ab der Mitte des 16. Jahrhunderts verschiedene Besitzer auf. Um 1530 wurde der halbe Ort durch einen Brand zerstört.